Asylnetz Sigmaringen

In die Geheimnisse der Fasnet eingeweiht

3. Februar 2016

 

Narren aus Sigmaringen bringen Asylbewerbern das Brauchtum nahe.

Die schwäbisch-alemannische Fasnet ist schon für so manchen Einheimischen mit allerlei Geheimnissen behaftet. Wie mag es da Menschen ergehen, die aus fernen Ländern nach Sigmaringen gekommen sind? Diese Frage stellte sich auch Hermann Brodmann von der Narrenzunft Vetter Guser und lud Narren aus ganz Sigmaringen ein, um ihr Brauchtum im Asylcafe´ im Fidelishaus vorzustellen. Also kamen sie alle, die Eulen, die Schbiallumpaschlecker (die auf Englisch übrigens „Towel-Suckers“ heißen), die Donauwölfe, die Riedhexen und der Hansele aus der Vorstadt. Und dazu natürlich alle Masken der Traditionszunft Vetter Guser. Für den richtigen „Sound“ sorgten die Pfeifer vom Spielmanns- und Fanfarenzug. Als Imbiss gab es, wie könnte es anders sein, Fasnetsküchle. Da war die Hofkonditorei Café Seelos als Unterstützer aufgetreten.

„Früher hat man diese Küchle in Schweineschmalz gebacken“, erläuterte Brodmann. Jetzt mache man das mit Pflanzenfett. „Und deshalb können jetzt auch Moslems Fasnetsküchle essen“, erklärte Brodmann. Und auch, dass nach dem 2. Weltkrieg Flüchtlinge in Sigmaringen speziell zum Bräuteln eingeladen wurden. Das wolle man jetzt wiederholen. Also: „Lasst euch um den Brunnen tragen.“ Und weil nicht nur beim Bräuteln in Sigmaringen das Fasnetslied „Freut euch des Lebens“ gesungen wird, gab es gleich mehrfach Gelegenheit zum Üben.

Die Kinder aus dem „Gelben Haus“ beherrschen die Fasnetshymne schon prima, wie man feststellen konnte. Mit Bildern wurde ein guter Einblick in die Fasnet vermittelt. Zudem wurde die Geschichte dieses Brauchtums auch noch in englischer Sprache gedruckt und verteilt. Alle hatten großen Spaß an der Sache und sicher ist, dass viele Asylbewerber jetzt zumindest das „Nauf auf´d Stang“ beherrschen. Zwar noch zaghaft, aber es wird schon werden. Die Veranstaltung wurde von der Caritas in Zusammenarbeit mit dem Helferkreis Familienbegegnung und der Narrenzunft organisiert. Das Asylcafé „Globus“ soll in Zukunft auch als Plattform genutzt werden, um kulturelle Hintergründe und Gebräuche zu vermitteln und Stadt Land und Menschen vorzustellen.

(Beitrag von: Karlheinz Fahlbusch für Caritasverband Sigmaringen)

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