Asylnetz Sigmaringen

Ostern ist auch Frieden

31. März 2016

 

Gemeinsam haben Flüchtlinge und Einheimische Ostern gefeiert und auf der Ruine Hornstein Eier gesucht. Ein gelungener Tag!

Mit einer besonderen Aktion haben der Schwäbische Albverein Sigmaringendorf, die Kolpingfamilie Sigmaringen und der Caritasverband jetzt Flüchtlingsfamilien das österliche Brauchtum nahegebracht. Zwar erst nach Ostern, weil es vorher organisatorisch nicht möglich war, aber mit jede Menge Spaß für kleine und große Freunde von Osterhase & Co. Startpunkt war die Kapelle über der Bittelschießer Höhle.

Dort erklärte Hermann Brodmann, dass gefärbte Eier in vielen Kulturen ein Symbol und ein Zeichen der Hoffnung und des Lebens ist.  Bei den östlichen Christen in den orthodoxen Kirchen seien rot gefärbte Eier zu Ostern ein Zeichen für den auferstandenen Herrn und sein am Kreuz vergossenes Blut. In der westlichen Christenheit habe man wegen der vorösterlichen Fastenzeit über große Mengen an Eiern verfügt. Und die mussten ja irgendwie verwendet werden. Notfalls zur Bezahlung des Pachtzinses der Bauern. Das Osterlamm sei ein Symbol für Christus und der Osterhase, man wird es kaum glauben:  der sei aus dem  städtisch-evangelischen Bürgertum entstanden und habe sich  nach dem Jahr 1800 dann überall verbreitet. Für die Zuhörer aus fernen Ländern übersetze Stefanie Wolf ins Englische. Auch die Geschichte von der ägyptischen Königstochter, die dem römischen Kaiser von Jesus erzählte und ein Ei als Symbol für die Auferstehung verwendete.  „So klein ist die Welt“, schmunzelte Brodmann und verteilte gebackenes Osterlamm und natürlich auch einen Schoko-Hasen.  Dann ging es zu Fuß zur Ruine Hornstein.

 

Doch wie war das Mittelalter? Ohne Losungswort gab es keinen Einlass. Also übte Christine Brückner erstmal mit den Kindern das Hornsteiner „Passwort“, ehe sie im Burghof das von den St. Georgs-Pfadfindern entzündete Osterfeuer bewundern konnten. Dazu gab es Tee und Hefezopf, den die Bäckerei Rebholz aus Sigmaringendorf gespendet hatte – und natürlich die Spannung, wann es denn mit dem Eiersuchen losgehen würde.  Das erwies sich dann als gar nicht so einfach. Denn der Osterhase hatte sich wirklich viel Mühe gemacht, die gefärbten Eier zu verstecken. Doch mit gemeinsamen Ansehungen hat das dann bestens funktioniert. „Die Welt kann so friedlich sein“, sagte ein Mann aus Syrien und man konnte ihm anmerken, dass sich ins einen Gedanken wohl das Gegenteil abspielte.  Dass nebenbei auch Telefonnummern ausgetauscht wurden, das machte deutlich, dass solche Aktionen durchaus geeignet sind, besser Kontakt zueinander zu finden und vielleicht Bekanntschaften aufzubauen. „Das kann sowohl Einheimischen als auch Flüchtlingen das zukünftige Miteinander erleichtern“, stellte Gabriele Bernhard vom Caritasverband fest, die sich über jede Unterstützung freut.

 

(Beitrag von: Karlheinz Fahlbusch für Caritasverband Sigmaringen)

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