Asylnetz Sigmaringen

Zwischen Willkommen und Abwehr (4/4)

24. April 2016

Fortsetzung des Konradsblatt-Artikels „Zwischen Willkommen und Abwehr“ von Thomas Arzner.

Letzter Teil unserer Serie

Dass das ehrenamtliche Engagement abnimmt, daran glauben sie bei der Caritas nicht

Die Flüchtlinge haben Sigmaringen verändert. Auch einfach dadurch, dass sie durch die Straßen gehen, das Stadtbild beeinflussen. Mittlerweile gibt es sogar ein Geschäft mit arabischen Lebensmitteln – direkt gegenüber der Caritas. Aber mit ihnen sind nicht nur Fladenbrote und Couscous gekommen, sondern auch Ängste, vor hoher Kriminalität zum Beispiel – auch wenn die Polizei sagt, dass es nur eine Zunahme von kleineren Delikten gegeben habe und diese im Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum gesehen werden müsste. Und es kamen Gerüchte auf, erzählen Karl-Arthur Unger und Andrea Huthmacher. Wie: Jeder Flüchtling bekommt umsonst ein Handy. Oder: Lidl rechnet jedes Quartal die Diebstähle ab und stellt sie der LEA in Rechnung. „Das ist alles Quatsch“, sagt die Öffentlichkeitsreferentin. Doch viele in Sigmaringen werden durch solche Nachrichten verunsichert. Sie versuche aufzuklären, sagt Huthmacher, und bietet zweimal in der Woche Führungen durch die LEA an, die auch rege angenommen würden. „Außerdem kommen viele Schulklassen“, erzählt sie.

Wie es in Sigmaringen weitergeht? Dass das ehrenamtliche Engagement abnimmt, daran glauben sie bei der Caritas nicht – auch wenn die Anzahl der Asylbewerber nach dem Winter wieder steigen sollte. Die LEA wird auf alle Fälle bleiben. Für die Dauer sei „keine Befristung vereinbart“, heißt es aus dem Integrationsministerium in Stuttgart. „Was noch passiert, bleibt abzuwarten.“

 

Thomas Arzner, Konradsblatt

 

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