Asylnetz Sigmaringen

Informationsveranstaltung: Sorgen der Anwohner

5. August 2016

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Austausch zwischen Sicherheitsbeauftragten, Vertretern der Stadtverwaltung, des Gemeinderats und der Polizei, Streetworkern und Anwohnern. Bei der Informationsveranstaltung wurde von den Teilnehmern keine Bilder gemacht.

 

Vergangene Woche hatte das Regierungspräsidium Tübingen die Anwohnerinnen und Anwohner des Wohngebiets Ziegelacker und der angrenzenden Nebenstraßen zu einer Bürgerinformation über die Erstaufnahmeeinrichtung in der Graf-Stauffenberg-Kaserne eingeladen.

Der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung, Fabian Heilmann, informierte über die aktuellen Belegungszahlen und Herkunftsländer und erläuterte, welche Unternehmen in der Einrichtung tätig sind. Er betonte, dass die ehemalige Kaserne keine geschlossene Einrichtung sei,  sondern für Asylsuchende eine vorübergehende Unterkunft biete und wie eine Wohnsiedlung strukturiert sei.

Heilmann erläuterte die Aufgabenbereiche des Regierungspräsidiums, des Bundesamts für Migration, der Beratungsstellen sowie des Sicherheitsdienstes und vermittelte den Zuhörern einen Einblick in die Alltagsbetreuung, die durch den Dienstleister EHC gewährleistet wird. Heilmann betonte dabei die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen Unterstützung durch das DRK.

Obwohl die momentanen Belegungszahlen weit unter denen vom vergangenen Jahr lägen, sei dies kein Grund, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Vielmehr gehe es darum, nun auszuloten, wo es Verbesserungsbedarf gebe und Abläufe sodann weiter zu entwickeln und zu optimieren. Dafür sei es wichtig, sich im weiteren Umfeld auszutauschen. Rückmeldungen auch aus der Bürgerschaft seien wichtig, um Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden.

 

Die anwesenden Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, um ihre Erfahrungen mit Asylbewerbern aus der EA zu schildern, wobei vor allem die Punkte Ruhestörungen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum und Vandalismus angesprochen wurden. Nach Auskunft des Sicherheitsbeauftragten der Einrichtung, Karl-Heinz Keller, ist die Mehrzahl der Bewohner unauffällig; kleinere Gruppierungen sorgen aktuell jedoch für Unruhe sowohl innerhalb als auch außerhalb der ehemaligen Kaserne. Die anwesenden Vertreter von Stadtverwaltung und Polizei, die mit dem Streetworker des DRK eng zusammen arbeiten, informierten, wie sie solchen Störungen begegnen; mit Platzverweisen bis hin zum Polizeigewahrsam.

Nach der Diskussion in großer Runde konnten sich die Bürgerinnen und Bürger mit Behördenvertretern und den Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats austauschen. Zum Abschluss der Veranstaltung bat Fabian Heilmann die Anwesenden, sich bei Vorfällen an Polizei, Stadtverwaltung oder Einrichtungsleitung zu wenden; nur wenn die Besorgnisse der Bürger bekannt seien, könne reagiert werden.  Einhellig begrüßt wurde der Vorschlag, entsprechende Informationsveranstaltungen in regelmäßigen Abständen anzubieten.

 

(Beitrag von: Andrea Huthmacher, Erstaufnahmeeinrichtung Sigmaringen, Regierungspräsidium Tübingen)

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