Asylnetz Sigmaringen

Raum der Stille und Andacht in der Erstaufnahmeeinrichtung Sigmaringen

11. Oktober 2016

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Seit kurzem gibt es in der Erstaufnahmeeinrichtung Sigmaringen einen Raum der Stille für Gebet und Andacht. Den Wunsch nach einem Gebetsraum innerhalb der Einrichtung hatten einige christliche Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung geäußert.

Pfarrer Markus Gneiting von der Evangelischen Kirchengemeinde in Albstadt, der christliche Asylbewerber in der LEA Meßstetten betreut, sowie Diakon Werner Knubben von der katholischen Seelsorgeeinheit Sigmaringen, der vielen durch seine Arbeit mit dem Flüchtlingskinderchor aus Laiz bekannt ist, haben sich für den Gebetsraum eingesetzt.

Der Raum der Stille für Gebet und Andacht wurde in einem leer stehenden Raum in zentraler Lage eingerichtet. Die Bewohner wurden bei der Gestaltung des Raums miteinbezogen. Wichtig war den Verantwortlichen, dass sich in dem Raum die Vielfalt der Nationalitäten widerspiegeln. Ein Bewohner mit künstlerischem Talent hat die Bilder zur Dekoration der Wände entworfen.

Regierungsvizepräsident Dr. Utz Remlinger freute sich sehr über die Einrichtung des Raum der Stille: „Ich danke den Vertretern der Kirchen und des DRK ganz herzlich für die Unterstützung meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Einrichtung des Raums, insbesondere bei seiner Ausstattung mit Kreuz, Altar, Sitzbänken und Musikinstrumenten. Ohne ihr Engagement wäre das Projekt nicht möglich gewesen.“

Die Geistlichen sehen den Raum als Ort der Begegnung und zur Stärkung des Glaubens. Ebenso sei dies aber auch ein Bereich, um sich zurückzuziehen und zur Ruhe und Besinnung zu finden, so Diakon Knubben. Pfarrer Gneiting bietet in regelmäßigen Abständen Gottesdienste, Andachten und Gespräche vor Ort an, die katholische Kirche wird sich ebenfalls aktiv einbringen – „Welt-“Kirche in gelebter Ökumene. Christen und Jesiden, die sich bereits im kürzlich formierten Chor „Regenbogen“ engagieren und im Internationalen Gottesdienst in Gorheim auftreten, bereichern die Gottesdienste mit Gesang und Musik. Bereits seit längerem nehmen viele christliche Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung, überwiegend aus Afrika, regelmäßig auch an den Gottesdiensten in Sigmaringen teil.

Für die muslimischen Bewohner wurde bereits im November 2015 ein Gebetsraum eingerichtet. Zu dieser Zeit waren kaum Christen in der Einrichtung untergebracht. Der Gebetsraum wird bisher ausschließlich von Muslimen genutzt.

 

(Pressemitteilung Regierungspräsidium Tübingen, 30.09.2016)

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