Asylnetz Sigmaringen

Faszination Fasnet bestens erklärt

24. Februar 2017

 

Im Café Globus fallen die Narren ein. Hartmut Mahlke fordert zum Mitmachen auf.

 

Wenn man aus fernen Ländern nach Sigmaringen kommt, dann gibt es eine ganze Menge an Dingen, die man aus seiner Heimat so nicht kennt. Und derzeit gehört etwas in diese Rubrik, das auch für so manchen Einheimischen Rätsel aufgibt: die Fasnet. Im Asylcafé „Globus“ im Fidelishaus gab es jetzt eine Lehrstunde in Sachen Brauchtum. Und die war fast schon filmreif.

Elias Lòadeda ist 18 Jahre alt und kommt aus dem Irak. Der junge Jeside ist schon  18 Monate in Deutschland, wohnt in Laiz und gibt eine erstaunliche Antwort auf die Frage, ob er so etwas wie Fastnacht auch aus seiner Heimat kennt: „Ja, so ähnliche Sachen machen wir manchmal auch.“ Der historische Hintergrund dürfte wohl ein anderer sein und der Mummenschanz in der Heimat von Elisas findet auch nicht immer in den gleichen Monaten statt. Aber immerhin. Sajad Hossein ist schon vier Jahre in Deutschland und hat mittlerweile eine eigene Wohnung. Der 24-Jährige hat Fastnacht schon erlebt und findet es ganz lustig. „Feiern macht immer Spaß“, lacht er und klatscht mit, als eine Abordnung des Spielmanns- und Fanfarenzuges der Vetter-Guser-Zunft mit Trommeln und Pfeifen einmarschiert. Mit dabei sind auch allerlei seltsame Gestalten mit Masken vor dem Gesicht oder eine zu Ohren zusammen gebundener Vorhang auf dem Kopf. Und natürlich Zunftmeister Hartwig Mahlke im Outfit des Narrenrats. Er hat eine wichtige Aufgabe: Den Gästen erklären, was Fastnacht ist, wo sie herkommt und wie die Narrenfiguren in der Stadt heißen. Und natürlich untermalt mit schönen Fotos.

Als Assistentin hat er Traditonsfledermaus Britta Ullrich mitgebracht. Die muss Mahlkes Erklärungen ins Englische übersetzen. Sie meistert diese Aufgabe mit Bravour und ganz viel Charme. Wer wusste vorher schon, dass der Schlossnarro „Castle Jester“ heißt und Mahlke eigentlich der Chef des „Carnival Committee“ ist. Und natürlich ist von den „Brown Bats“, den „Red Bats“ und den „Traditional Bats“ (den drei Fledermausarten des Vetter Guser) die Rede. Batman ist keiner da, aber der würde ja auch nicht in die traditionelle Fasnet passen. Die Donauhexen schon, oder die Donauwölfe, die Eulen aus dem Hanfertal oder der Hansel aus der Vorstadt. Und dann gibt es noch die „Towel-Suckers“, die von den Einheimischen „Schbiallumpaschlecker“ genannt werden. Die Gäste, darunter eine ganze Menge Sigmaringer, fanden es sehr „funny“ (lustig), was da alles erklärt wurde. Warum Menschen mit Nachthemden und weißen Zipfelmützen nachts durch die Straßen laufen, das sorgte dann für besondere Erheiterung. Britta Ullrich hatte sich als englischen Begriff „Pyjama“ ausgeliehen, denn „Hemdglonker“, die kommen wohl in keiner fremden Sprache vor.

Mahlke erläuterte natürlich auch die einzelnen Fastnachtstage und machte zum Schluss deutlich: „Genießen sie die Fasnet, seien sie ein Teil davon.“ Wenn man selbst lustig sei, dann könne man so manche Dinge des Alltags vergessen. Auch an Fasnetsküchle (natürlich nicht in Schweinschmalz gebacken und damit auch für die Muslime essbar) hatten die beiden Organisatorinnen Manuela Friedrich vom Caritasverband und Jutta Wolf gedacht. Und sicher ist: Den Narrenruf „Nauf auf´d Stang“ beherrschen nun alle.

 

(Beitrag vom Caritasverband Sigmaringen)

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