Asylnetz Sigmaringen

Häufige Fragen



Warum haben alle Flüchtlinge Smartphones?

Ohne ein Smartphone lässt sich der Fluchtweg nicht organisieren. Die Menschen müssen sich in unbekannten Ländern orientieren und kriegen wichtige Treffpunkte via Handy mitgeteilt. Oft verlieren sich Familienangehörige auf dem Weg. Ohne Handy hätten sie es sehr schwer, sich wieder zu finden. Eine Gegenfrage: Was würden wir einpacken, wenn wir morgen Sigmaringen als Flüchtlinge verlassen müssten?


Wie viele Asylbewerber sind zur Zeit im Landkreis Sigmaringen?

Im Landkreis Sigmaringen leben momentan ca. 1.400 Flüchtlinge. In der Erstaufnahmestelle in der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne leben zur Zeit 595 Asylsuchende. Im Fürstenhof leben 81. Insgesamt sind es 253 Asylbewerber, die in sechs Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Sigmaringen untergebracht sind. Ferner sind 552 Personen seit 2012 in kommunale Anschlussunterbringungen überführt worden.

(Stand: 11.12.2017)


Woher kommen die Flüchtlinge?

Die meisten Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle stammen aus Syrien, aus Afghanistan und aus dem Irak. Die Menschen in den Gemeinschaftsunterkünften sind überwiegend Gambier (67), Iraker (44), Afghanen (35), Syrer (25) und Nigerianer (23).

(Stand: 27.07.17) 


Warum sind es so viele Männer?

Der Weg aus einem Herkunftsland dauert lange, ist anstrengend und gefährlich. Die jungen Männer werden oft verpflichtet, in den unüberschaubaren Kriegswirren mitzukämpfen. Um einer Zwangsrekrutierung zu entgehen, bleibt oft nur die Flucht. Außerdem kostet die „Reise“ für eine Person mehrere Tausend Euro. Familien, die sich keine Flucht für alle Familienmitglieder leisten können, schicken deshalb ihre jungen Männer. Bei dieser Auswahl gibt sicherlich auch ein gewisses machistisches Rollenverständnis den Ausschlag: Einer alleinstehenden Frau wird die lange unsichere Flucht nicht zugetraut.

Die Mehrheit der Asylsuchenden sind Männer im Alter zwischen 20 und 35. Jugendliche, die ohne einen Erwachsenen nach Deutschland kommen, werden im Haus-Nazareth und Mariaberg betreut.


Wie viel Geld erhält ein Flüchtling?

In der EA wird den Flüchtlingen ein Mal im Monat ein Taschengeld ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt unterkunftsweise. Ein erwachsener alleinstehender Bewohner erhält 135€ zur Deckung persönlicher Bedürfnisse. Zusammenlebende Partner erhalten je 131€. Für Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren erhalten die Flüchtlinge 85€, für Kinder im Alter von sieben bis dreizehn Jahren 93€ pro Kind. Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren erhalten 86€.

Wenn Flüchtlinge später in den Gemeinschaftsunterkünften wohnen, erhalten sie ab dem 1. April 2016 320 € pro Monat. Damit müssen sie sich selbst versorgen. Sachspenden sind nicht mehr vorgesehen. Das bedeutet, dass die Flüchtlinge sich mit diesem Betrag selbst mit Essen, Kleidung, Hygieneartikel versorgen. Die Kosten der Unterkunft sowie die anfallenden Nebenkosten werden vom Landkreis als Sachleistung gewährt.


Wann zahlt eine Behörde eine Taxifahrt für Flüchtlinge?

Taxiunternehmen werden nur in Anspruch genommen, wenn eine Verlegung in die kommunale Anschlussunterbringung (AU) ansteht oder einem Flüchtling aus gesundheitlichen Gründen ein Fußmarsch zum Krankenhaus nicht zugemutet werden kann oder das gesundheitliche Risiko, wie beispielsweise bei Herzpatienten, zu groß ist. Taxifahrten werden also nur in sehr seltenen Ausnahmefällen übernommen.


Haben Flüchtlinge einen Anspruch auf Internet in der Unterkunft?

Es kommt gelegentlich vor, dass Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung in eine andere Gemeinde ziehen. Dabei handelt sich meist um Syrer mit einer Aufenthaltserlaubnis auf Grundlage des Schutzstatus der Genfer Flüchtlingskonvention, da für diese Personen keine Wohnsitzbeschränkung besteht. Flüchtlinge haben die Möglichkeit eigenständig auf dem privaten Wohnungsmarkt eine Unterkunft in einer anderen Gemeinde im Landkreis zu suchen. Einen Anspruch auf Internet in einer Unterkunft haben die Flüchtlinge nicht.


Waschen und putzen die Flüchtlinge in der EA selbst?

Flüchtlinge müssen ihre Unterkünfte selber putzen und ihre eigene Bekleidung waschen. Dafür steht ihnen ein großer Waschraum mit Waschmaschinen und Trocknern zur Verfügung. Dies wird dort von gemeinnützig tätigen Bewohnern im Drei-Schicht-Betrieb übernommen. Außerdem reinigen sie das Gelände der EA. Für diese Tätigkeiten erhalten sie eine Vergütung von 1,05 € pro Stunde.