Asylnetz Sigmaringen

Mein Leben in Deutschland – Workshops für Geflüchtete in der Anschlussunterbringung

19. August 2018


Bereits 2017 fand eine Schulungsreihe für geflüchtete Menschen aus den Gemeinschaftsunterkünften in Sigmaringen zu praktischen Themen statt.

An drei Abenden finden derzeit Workshops statt, die Geflüchteten in der Anschlussunterbringung grundlegende praktische Dinge für das tägliche Leben in Deutschland auf niederschwellige Art und Weise vermitteln, um hierdurch zur Integration beizutragen. Da die Menschen in den Anschlussunterbringung bereits längere Zeit in Deutschland leben, liegt der Fokus dabei besonders auf dem Austausch von bereits gesammelten Erfahrungen.

Bereits 2017 fand eine Schulungsreihe für geflüchtete Menschen aus den Gemeinschaftsunterkünften in Sigmaringen zu praktischen Themen, wie Energiesparen-Heizen/Lüften-Mülltrennung, Bewerbungstraining/Vorstellungsgespräch, Grundrechte und Pflichten, Menschenrechte, Demokratie und Gesundheitssystem, statt.

Die Trainings wurden von den Ehrenamtskoordinatorinnen des Caritasverbandes Sigmaringen, der Ehrenamtskoordinatorin der Caritas Biberach–Saulgau und den Integrationsbeauftragten von Stadt- und Landkreis Sigmaringen konzipiert und als Pilotprojekt durchgeführt.

Bereits Anfang Juli 2018 hat durch eine Integrationsmanagerin des Caritasverbandes und die Integrationsbeauftragte der Stadt Sigmaringen, ein erstes Training im Fidelishaus im Rahmen des Asylcafés des Caritasverbandes stattgefunden. Das Thema des Abends war „Typisch deutsch: Werte und Tugenden hier und dort“.

Anhand einer Präsentation wurden Inhalte vermittelt und zu Diskussionen angeregt.

Die unterschiedlichen Erfahrungen und Erkenntnisse, die die Geflüchteten bereits gemacht haben, standen dabei im Fokus. Es fiel auf, dass viele mit dem Begriff „typisch“ nichts anfangen konnten und es ihnen schwer fiel, über „die Deutschen“ zu urteilen.

Alle waren sich jedoch einig, dass Deutschland viel Bürokratie hat.

Einzelne berichteten über Erfahrungen mit Rassismus. Außerdem finden es viele schade, dass sie als „Flüchtlinge“ pauschalisiert werden. Einige erzählten, dass sie anfangs alle Menschen auf der Straße begrüßten, weil es in ihrem Herkunftsland so üblich sei, bis sie schnell merkten, in Sigmaringen wird die Begrüßungskultur anders gehandhabt. Das Thema „Ehe für alle“ löste heftige Diskussionen aus, da man in vielen Herkunftsländern für Homosexualität schwer bestraft wird.

Die Teilnehmer waren sehr offen und beteiligten sich rege am Austausch über die Tugenden und Werte der Deutschen. Es wurde deutlich, dass sich die Anwesenden sehr bemühen, alles „typisch Deutsche“ zu verstehen.

Die nächsten Workshops in Sigmaringen im Fidelishaus sind am 17.09. zum Thema „Demokratie – Rechte und Pflichten“  (inkl. Rathausbesuch) und am 12.11. zum Thema „Mülltrennung – Heizen/Lüften“.

Alle konzipierten Materialien stehen interessierten Privatpersonen, Helfern oder Organisationen zur Verfügung und können beim Landratsamt Sigmaringen angefragt werden.

Gerne begrüßen wir externe Besucher bei den nächsten beiden Trainings, bitten jedoch um vorherige Anmeldung unter Lamprecht@sigmaringen.de

 

Beitrag von Manuela Friedrich