Asylnetz Sigmaringen

Pfadfinder und Geflüchtete malen fürs Fest der Kulturen

4. September 2018

Pfadfinder, Vertreter der Kinderkunstschule und Geflüchtete gemeinsam beim Bemalen von Holzelchen

35 Jungen und Mädchen der Teengruppe des FeG-Zeltlagers, das dieses Jahr in Oberschmeien aufgebaut war und in dem Pfadis aus ganz Baden-Württemberg zusammen kommen, trafen sich an einem heißen Augustnachmittag mit 15 Geflüchteten in der Jugendkunstschule in Laiz. Die Jahre zuvor hatten die Teens jeweils einen Nachmittag mit Geflüchteten im Gelben Haus verbracht. Dieses Jahr hatte sie die Schließung des Gelben Hauses zum Integrationsbüro der Stadt Sigmaringen geführt mit der Bitte, eine neue Begegnungsmöglichkeit zwischen Geflüchteten und Pfadfindern zu schaffen, bei der man gemeinsam etwas macht.

„Wir feiern in Sigmaringen am 14.10.2018 das Fest der Kulturen. Dafür brauchen wir noch einiges an Material“ freute sich die Integrationsbeauftragte, Claudia Lamprecht, und nahm Kontakt zur Jugendkunstschule Sigmaringen auf. Diese erklärte sich schnell bereit, einen Kunstnachmittag mit Jugendlichen und Geflüchteten zu gestalten. Ziel war es, Schilder für die verschiedenen Nationalitäten zu malen, die am 14.10.2018 Köstlichkeiten aus ihrer Heimat anbieten. Außerdem galt es, Holz-Elche zu bemalen, die in einem Flüchtlingsprojekt gefertigt werden und am Fest der Kulturen zur Verfügung stehen. Es ist geplant, aus dem Erlös der Elch-Aktion ein Gemeinschaftsprojekt mit Geflüchteten zu finanzieren.

Die Verständigung in den Malgrüppchen war so bunt wie die bereit gestellten Farben: in Deutsch, Französisch, Arabisch und mit Händen und Füßen. Überall lag Glimmer und Glitzer, Deko-Federchen schwebten durch die Luft. Samuel Hayer, Gruppenleiter des FeG-Zeltlagers zeigt sich beeindruckt, was Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Hautfarbe gemeinsam schaffen können, als am Ende alle Werke zusammen getragen werden. Die Teilnehmer aus Gemeinschaftsunterkunft und Anschluss-Unterbringung hätten gerne noch weiter gemalt. Alle sind sich einig „das wollen wir nächstes Jahr wieder machen“.

Die Fachbereichsleitung der Jugendkunstschule, Gabriele Maier, schwärmt „üblicher Weise arbeiten wir nur in Kleingruppen. 50 Menschen auf einmal ist schon eine Herausforderung für Frau Uhlmann und mich. Aber es war eine kreative Stimmung und es sind außergewöhnlich schöne Stücke entstanden“. Die Ehrenamtskoordinatorin des DRK, Stefanie Gäble, sagt „wir haben an diesem Nachmittag zum ersten Mal zusammen gearbeitet, aber hoffentlich nicht zum letzten Mal“. Koordiniert wurde diese Aktion durch das Integrationsbüro, möglich wurde sie aus Mitteln des Modellvorhabens Land(auf)Schwung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

 

(Beitrag von Stefanie Gäble, Ehrenamtskoordinatorin des DRK Sigmaringen)