Asylnetz Sigmaringen

Landeserstaufnahmeeinrichtung informiert beim Fest der Kulturen

16. November 2018

Beim ersten Fest der Kulturen in Sigmaringen am 14. Oktober 2018 informierten Mitarbeiter der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) die zahlreichen Besucher über Organisation und Struktur in der LEA Sigmaringen.

Bereits zur Eröffnung an der Rathausbühne um 11.00 Uhr gab es kaum mehr frei Plätze auf dem Markplatz. Viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt und aus der Umgebung nutzten das sonnige Herbstwetter, um das vielfältige Programm beim Fest der Kulturen zu genießen. „Ein Fremder ist ein Freund, den man noch nicht kennt,“ begrüßte Bürgermeister Dr. Marcus Ehm die Besucher und wies darauf hin, dass in Sigmaringen Menschen aus mehr als 100 Nationen leben. Mit dem Fest der Kulturen wolle man zeigen, dass Sigmaringen multikulturell und bunt sei.

Vertreter von Kirchen, sozialen und karitativen Einrichtungen und der Verwaltung stellten das neu gegründete Bündnis „Vielfalt gemeinsam leben“ vor. In ihren jeweiligen kurzen Statements begründeten sie ihr Engagement: vor allem wollen sie ein Zeichen gegen die „zunehmende sprachliche Verrohung in den sozialen Netzwerken“ und für eine positive Entwicklung eines vertrauensvollen Miteinanders setzen. Mit Musik, Tanz und Gesang setzten Künstler auf der Bühne ihre individuellen Akzente und begeisterten das Publikum.

Innerhalb der Fußgängerzone präsentierte sich neben sozialen Einrichtungen das Regierungspräsidium als Betreiber der LEA Sigmaringen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern Andrea Huthmacher und Manar Akka und Bewohnern der LEA hatte Andreas Binder, der Leiter der Einrichtung, am frühen Sonntagmorgen den umfangreichen Info-Stand, der mit dem Alltagsbetreuer und Ehrenamt geteilt wurde, aufgebaut. Den interessierten Besuchern erklärten sie, unterstützt von Bernadette Vees, Birgitta Samtner-Kempf und Dagmar Renz, die Aufgaben der Verwaltung, erläuterten den Unterschied zwischen LEA und Gemeinschaftsunterkunft und konnten durch detaillierte Informationen manche bestehenden Vorbehalte ausräumen. Stellwände mit Fotos zeigten die vielfältigen Aktivitäten auf, an denen viele Bewohner in den vergangenen Jahren teilgenommen hatten: Stadtputzete, Donaustaffellauf, Fußballturniere, Besuch in einem Sigmaringer Kindergarten, Schüleraktionen des Hohenzollerngymnasiums, Erstorientierungskurse, Rechtsstaatsunterricht, um nur einige aufzuzählen.

Bereits vor Wochen hatten Bewohner der LEA damit begonnen, Plakate zu gestalten, auf denen sie ihre Herkunftsländer vorstellten. Mit vielen Besuchern des Festes kamen sie direkt ins Gespräch, das auf beiden Seiten teilweise mit Händen und Füßen geführt wurde.

Mitarbeiter der Firma ORS stellten die Aufgaben des Alltagsbetreuers vor. Gerne nahmen die Besucher auf den von LEA-Bewohnern aus Holzpaletten gezimmerten Gartenmöbeln Platz, machten es sich auf den ebenfalls von Bewohnern genähten Polstern bequem und staunten über die verschiedenen Tätigkeiten, denen gemeinnützig tätige LEA-Bewohner nachgehen. Ergänzt wurde die Information durch die Präsenz der Firma gbig aus Sigmaringen-Jungnau, bei der im Rahmen von Flüchtlings-Integrations-Maßnahmen Bewohner der LEA in der Holzwerkstatt arbeiten. Vor allem die dort produzierten Hirsche fanden viele Abnehmer. An Werkbänken, die in der Fußgängerzone aufgestellt waren, konnten sich die Besucher selbst unter Anleitung von Geflüchteten das Sigmaringer Wappentier fertigen. Vertreter des DRK rundeten die umfassende Präsentation ab: Haupt- und Ehrenamtliche erzählten von ihren Aufgaben, in denen sie sich zum Teil schon seit 2015 engagieren, sei es in der Koordination, Streetwork, Kinderbetreuung, Kleiderspende oder im Begegnungszentrum.

Mithilfe aus der LEA beim Getränkeverkauf war der Organisatorin Claudia Lamprecht, Integrationsbeauftragte der Stadt Sigmaringen, frühzeitig zugesagt worden: Bewohner der LEA sorgten dafür, dass bei den sommerlichen Temperaturen die Getränkevorräte stets aufgefüllt waren und versorgten die Besucher mit alkoholfreien Erfrischungen. Und auch Vereine und Standbetreiber wurden durch die LEA unterstützt: Freiwillige aus den Reihen der Bewohnerschaft hatten bereits am frühen Sonntagmorgen beim Aufbau der Stände geholfen und waren abends wieder beim Abbauen aktiv.

 

(Andrea Huthmacher – Regierungspräsidium Tübingen)