Asylnetz Sigmaringen

Geflüchtet und Einheimische feiern Advent

5. Januar 2019


Vor fünf Jahren wäre es noch undenkbar gewesen, doch es hat sich eine ganze Menge verändert. Bei der Adventsfeier von Café International der Seelsorgeeinheit Sigmaringen und dem Café Globus des Caritasverbandes im Fidelishaus konnte man sich auch ohne Englisch-Kenntnisse verständigen.

Viele Flüchtlinge, die seit Jahren die beiden Treffmöglichkeiten genutzt haben, können mittlerweile so gut Deutsch, dass eine Unterhaltung gut möglich ist. Auch über das Thema Weihnachten, über die Zukunft und vor allem über Frieden.  „Das ist das Wichtigste“, sagt Hassan Ghadi. Der Syrer ist seit zwei Jahren in Deutschland, hat eine Wohnung, einen Job und sogar einen Sinn für die Natur im Donautal. „Es ist wunderschön hier“, sagt der 37-Jährige und beißt in ein Springerle. Hassan ist Muslim, doch hier mit anderen Advent zu feiern, das ist für ihn gar kein Problem. „Wir feiern alles“, sagt er und grinst übers ganze Gesicht.

Jutta Wolf vom Unterstützerkreis erzählt von Traditionen, vom Adventskranz und von ihrem fünfjährigen Sohn, der überzeugt ist, dass er lieb und brav sein muss, damit das Christkind nicht weint. Und dass man sich im Advent nicht streiten und einfach nett zu den Mitmenschen sein soll. „Mama, warum kann nicht immer Advent sein?“ Diese Frage konnte ihm seine Mutter auch nicht beantworten. Und auch die vielen Menschen aus fernen Ländern und die Einheimischen, die bei Punsch, Tee und allerlei Weihnachtsgebäck nebeneinander sitzen und Liedern in der Sprache Farsi lauschen, wissen es auch nicht. Aber es sei ein schönes Gefühl unter Menschen zu sein, die nichts Böses wollen, sagt eine junge Frau aus Afrika. Es gibt auch ein Gebet um Frieden, das in deutscher Sprache gesprochen wird. In der Sprache, die erst gelernt werden musste. Manchmal klingt es noch etwas holprig, aber das macht nichts. „Ein bisschen Frieden, ein bisschen Sonne für diese Erde auf der wir wohnen“, singt Hassan ganz leise. Er hat den alten Schlager von Nicole irgendwo gehört und auswendig gelernt. „Das ist doch sehr schön, dieses Lied“, sagt er. „Vielleicht ist es ein bisschen mehr als ein Schlager“, flüstert jemand leise.

(Beitrag von Caritas-Presseservice)