Asylnetz Sigmaringen

Installationskunst in der LEA Sigmaringen

12. Mai 2019

 

Eine Installation des Künstlers Hundefaenger ziert die LEA Sigmaringen. Land Art Environment – mit vergänglicher Kunst werden flüchtige Zeichen im Landschaftsraum gesetzt.

Der Künstler ist Karl Rudi Domidian, besser bekannt unter seinem Pseudonym Hundefaenger. In Sigmaringen zierte schon monatelang eine von weitem sichtbare Stangeninstallation des Künstlers die Dachterrasse des Restaurants „Bootshaus“.
Seine Materialien findet er an der Erdoberfläche: Steine, Stangenholz, Reisig. Wie viele andere seiner Werke entstand auch diese Skulptur ohne jegliche Atelierarbeit unmittelbar vor Ort mit Materialien aus der Natur. Tatkräftige Unterstützung beim kreativen Aufbau der Skulptur erfuhr der Künstler im vergangenen Jahr von Bewohnern der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Sigmaringen. Da der Betreiber des Restaurants in den Sommermonaten nun die Dachterrasse für seine Gäste nutzt, war ein Rückbau unumgänglich. Nach Gesprächen zwischen dem Künstler und der Einrichtungsleitung der LEA war man sich einig, das Kunstwerk endgültig innerhalb der LEA zu installieren. Wiederum halfen Bewohner der LEA beim Abbau und Transport. Unter großem Interesse der Bewohnerschaft wurde das Werk von gemeinnützig arbeitenden Bewohnern mit Anleitung durch Karl Rudi Domidian auf einer Wiesenfläche platziert.
Das Werk besteht aus wie zufällig ineinander geflochtenen Holzelementen, die sich wie ein Wall um ein Stangenholzbündel schichten und einen inneren Schutzraum bilden. Quer verbindende Stützhölzer mindern die Fragilität und geben dem Bündel Stabilität und Halt. Von der Spitze des Bündels baumelt ein Stein, der wie ein Lot oder – je nach Perspektive – wie ein Perpetuum mobile wirkt. Hundefaengers Werke sind immer den natürlichen Kräften der Witterung und dadurch einem nicht beeinflussbaren Wandel ausgesetzt, wodurch sich Veränderungen und neue Perspektiven ergeben.
Wer sich auf das Werk einlässt, muss sich auf die Natur einlassen, und diese kann für den Menschen sowohl Sicherheit als auch Gefährdung darstellen. Damit nimmt dieses Werk Hundefaengers auch die Erfahrungen vieler Bewohnerinnen und Bewohner der LEA Sigmaringen auf. Seine endgültige Installation in der LEA Sigmaringen ist daher mehr als passend.

(Beitrag von Andrea Huthmacher, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, LEA Sigmaringen)