Asylnetz Sigmaringen

Kuchenverkauf in der Landeserstaufnahme

12. August 2019

Bereits im dritten Jahr läuft ein außerschulisches Projekt zwischen der Fidelisschule -Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Geistige Entwicklung – und der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Sigmaringen. In diesem Projekt begegnen Berufsschulstufenschüler Menschen unterschiedlicher Kulturen.

Es ist eine grundlegende Bildungs- und Erziehungsaufgabe der Fidelisschule, das gesellschaftliche Leben und den Umgang mit anderen Menschen zu thematisieren, sowie den Erwerb von Kompetenzen, die für ein Zusammenleben mit anderen Menschen notwendig sind, zu unterstützen. Dieser Leitgedanke ist sicher mit verantwortlich, dass dieses außerschulische Projekt nun schon so lange erfolgreich gelingt.

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe arbeiten in der Schülerfirma „DieProfis“(Dienstleistungen, Produktion, Fidelisschule) in unterschiedlichen Kursen und werden intensiv auf die Gestaltung ihres Alltags, auf die aktive Bewältigung des eigenen Lebens und die Teilhabe an Arbeit und Beruf vorbereitet. Die alltagbezogenen Kurse sollen sich an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler orientieren, den Alltag eines Arbeitstages als Vorbereitung auf das Arbeitsleben vermitteln sowie die Persönlichkeitsentwicklung fördern. Einer der angebotenen Kurse ist der Kuchenverkauf. Die Teilnehmenden kaufen zunächst die Zutaten für unterschiedliche Kuchen ein und backen diese dann nach Rezept mit dem Ziel, sie zu verkaufen. In vielfältigen Lernfeldern können die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen zur selbstständigen Lebensführung direkt in lebenspraktischen Zusammenhängen entwickeln und anwenden. Der Kuchenverkauf findet immer mittwochs im Wechsel an der Bertha-Benz-Schule und in der LEA statt.

Voraussetzung für die Durchführung des Kuchenverkaufes ist zum einen, dass alle Schülerinnen und Schüler mit ihren individuellen Möglichkeiten eingebunden sind und die Hygieneschulung beim Landratsamt absolviert haben.

Die Teilnehmenden lernen im Projekt „Kuchenverkauf in der LEA“, mit Menschen mit unterschiedlichen sozialen, religiösen, ethnischen und nationalen Hintergründen in Interaktion zu treten und ihre individuelle Verschiedenheit angemessen zu achten. Sie werden bestärkt, politische und soziale Entwicklungen wahrzunehmen, sich verantwortungsbewusst mit sozialen Grundhaltungen auseinanderzusetzen sowie Umgangs- und Kommunikationsformen adäquat anzuwenden. Dabei auftretende Unklarheiten, die sich verbal nicht lösen lassen, können mit einem Lächeln und Gebärden meist schnell geklärt werden.

(Beitrag von Birgitta Samtner-Kempf, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, LEA Sigmaringen)