Asylnetz Sigmaringen

Zusammen leben, zusammen wachsen

15. September 2019

Norbert Stauss (Caritasverband Sig), Claudia Lamprecht (Stadt Sigmaringen), Bastian Rädle (ILandkreis Sigmaringen), Martina Eisele (Stadt Meßkirch und Ostrach), Stefanie Thiel (Caritasverband Sigmaringen)

Interkulturelle Wochen im Landkreis mit vielfältigem Programm – Seit 40 Jahren gibt es die Interkulturellen Wochen und auch im Landkreis Sigmaringen ist die Veranstaltungsreihe nicht mehr aus dem Terminkalender wegzudenken.

„Zusammen leben, zusammen wachsen“, lautet das diesjährige Motto. Vom 22. September bis 20. Oktober wird es dazu in acht Kommunen 29 Veranstaltungen geben, die sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise nähern.

„Die Zahl der neuen Flüchtlinge ist zwar zurückgegangen, aber die Thematik ist geblieben“, sagt Martina Eisele. Sie ist die Integrationsbeauftragte für Meßkirch und Ostrach und ist überzeugt, dass ein Miteinander der Bevölkerung sowohl für Einheimische als auch Menschen mit Migrationshintergrund eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Das Fazit ist klar: „Es geht uns alle an.“ Das bunte Programm, das über Ausstellungen, Filmabende, Begegnungs- und Informationsangebote reicht, soll den Landkreis abbilden, wie Stefanie Thiel, Referentin für Migration und Sozialdienst beim Caritasverband Sigmaringen feststellt. Und das auch in der Vielfalt der Veranstalter, zu denen neben kirchlichen Verbänden auch das Landratsamt, islamische Organisationen und Arbeitskreise für Asyl- und Flüchtlingsarbeit gehören.  Mit dabei sind auch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, das Regierungspräsidium Tübingen und die Kommunen Bad Saulgau, Pfullendorf, Gammertingen, Hohentengen, Mengen, Meßkirch, Ostrach und Sigmaringen. In der Kreisstadt wird auch am Sonntag, 13. Oktober, das ganztägige „Fest der Kulturen“ stattfinden, das bereits im vergangenen Jahr enorm großen Zuspruch hatte.

„Das Verhältnis zu Neuankömmlingen ist nicht mehr so das Thema“, sagt Sozialarbeiter Norbert Stauss von der Migrationsberatung des Caritasverbandes. Es gehe jetzt auch um das Fußfassen. Und das sei nun für viele Menschen eine Herausforderung, die nicht einfach zu bewältigen sei.  Die Fragestellungen, die derzeit viele Menschen bewegen sind komplex. Gibt es eine Möglichkeit, dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen friedlich zusammenleben? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, dass Vielfalt gelingt und nicht zur Belastung wird? Was sind überhaupt die Faktoren, die dazu führen, dass die Menschen in einer Gesellschaft zusammenhalten und sich nicht gegeneinanderstellen?  Dass es da auch kritische Fragestellungen gibt, das ist klar und auch dem Programm zu entnehmen. Da wird die Frage nach „Demokratie und Erziehung“ mit dem renommierten Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster (7. Oktober, 16 Uhr im Landratsamt) ebenso bearbeitet, wie die Integration der Muslime mit Islamwissenschaftler Dr. Hussein Hamdan (15. Oktober, 18.30 Uhr im Landratsamt). Dass natürlich auch zusammen gekocht wird, versteht sich von selbst. Denn gerade dadurch könnten sich auch neue Kontakte ergeben, sind die Organisatoren überzeugt. Erstmals im Programm ist ein Nachmittag mit internationalen Spielen am 11. Oktober von 15.30 bis 17.30 Uhr im Prinzengarten in Sigmaringen, organisiert vom Dekanatsjugendbüro Sigmaringen-Meßkirch, den Maltesern und den Pfadfindern St. Fidelis.

Das Programm für den Landkreis Sigmaringen gibt es als Broschüre in den Rathäusern, im Landratsamt und beim Caritasverband Sigmaringen und auf der bundesweiten Homepage www.interkulturellewoche.de.

Unter folgendem Link kann die Broschüre heruntergeladen werden: Broschüre_Interkulturelle Woche 2019

(Sebastian Metzger, Referent für Caritassozialdienst und Migration, Caritasverband für das Dekanat Sigmaringen-Meßkirch e.V.)