Asylnetz Sigmaringen

Tagesausflug auf die Klosterbaustelle „Campus Galli“

9. Oktober 2020

 

Der Caritasverband und das DRK Sigmaringen haben alle ehrenamtlich Engagierten in der Flüchtlingshilfe zu einem Tagesausflug auf den „Campus Galli“ nach Meßkirch eingeladen.

Knapp 20 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende hatten nach Wochen und Monaten der sozialen Distanz hier mal wieder die Möglichkeit im Freien und mit Abstand, sich einfach mal wieder zu sehen und zu begegnen, persönlich miteinander zu sprechen und einzutauchen in eine andere Welt, um wenigstens ein Stückchen des Corona- Alltags hinter sich zu lassen.

Den Organisatorinnen war es wichtig, eine corona- freundliche Alternative für all die Begegnungsmöglichkeiten zu finden, die momentan noch nicht wieder stattfinden können.

Nach einem gemeinsamen Ankommen und Wiedersehen auf dem Campus, konnten sich die Teilnehmenden, die sich noch nicht kannten, anhand eines Blitzinterviews kennenlernen oder sich bereits Bekannte miteinander ins Gespräch kommen.

Nach einem wärmenden Mittagessen auf dem Marktplatz bei dem sich die Teilnehmenden den Linseneintopf mit Klosterwurst und einen warmem Tee schmecken ließen, startete eine spannende Führung über die Klosterbaustelle. In zwei Gruppen informierten die Guides über die Idee hinter dem Projekt, über die Entstehungszeit des Klosterplans im frühen Mittelalter und berichteten Interessantes zu den verschiedenen Handwerken und zum Bau der Klosteranlage.

Gemeinsam ließen die Teilnehmenden den Tag bei eisigen Temperaturen bei Tee, Kaffee und süßen Stückchen auf dem Parkplatz des Campus Galli ausklingen.

Alle waren sich einig, dass es neben der Entdeckung der Klosterbaustelle, richtig schön war sich mal wieder gesehen zu haben.

(Beitrag von Manuela Friedrich, Caritasverband Sigmaringen)

 

 

 

 

Projekt „Haltung zeigen!“ am Tag des Flüchtlings und Mitmach-Aktion für 2021

8. Oktober 2020

 

Zum Tag des Flüchtlings visualisierten verschiedene Aktionen die zentralen Botschaften für ein friedliches Zusammenleben. Foto: Stadt Sigmaringen

 

Sigmaringen – Am Freitag, 2. Oktober 2020, wurde der Tag des Flüchtlings deutschlandweit ausgerufen. In Sigmaringen fand auf dem Marktplatz ein Interreligiöses Gebet statt, zu dem die katholische Kirche, die evangelische Kirche und das muslimische Donaukulturzentrum eingeladen hatten. Mitorganisatoren waren hierbei der Integrationsbeauftragte des Landkreises, die Integrationsbeauftrage der Stadt Sigmaringen, die Diakonie, das DRK und der Caritasverband, die jährlich am Tag des Flüchtlings in Sigmaringen auf die Situation von Geflüchteten öffentlich aufmerksam machen.

Zusammen leben, zusammen wachsen

Unter dem Motto „Zusammen leben, Zusammen wachsen“ der interkulturellen Woche wurden aktuelle Themen aufgegriffen und unter den wichtigen gesellschaftlichen Werten Vielfalt, Toleranz, Freiheit, Solidarität, Respekt und Friede beleuchtet. Die Beteiligten riefen dazu auf, diese Werte in der Gesellschaft wieder zu verinnerlichen um dadurch das Miteinander zu stärken. Die Würdenträger der Kirchen in Sigmaringen gestalteten den Tag entsprechend und fanden einen hohen Zuspruch bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Haltung zeigen

In einem zweiten Teil der Veranstaltung wurde das Projekt „Haltung zeigen! Zusammen leben in Vielfalt, Toleranz, Freiheit und Friede!“ bei einem Stadtspaziergang vorgestellt. Eingeladene Kooperationspartner und spontan Interessierte wurden hierbei an drei Stationen in der Stadt, die durch große Schriftzüge zum Motto des Projektes gekennzeichnet waren, zum Mitmachen und ins Gespräch kommen animiert. Die Initiatoren des Projektes waren mit dem Interesse beim Auftakt sehr zufrieden. Knapp 20 Kooperationspartner innerhalb des Sigmaringer Stadtgebietes sind der Einladung gefolgt und bekundeten ihr Interesse an einer aktiven Mitgestaltung des Projektes. Dieses wird in Form von Workshops, Vorträgen und Teilprojekten zum Motto im Verlauf des Jahres 2021 durchgeführt.

Aktiv mitmachen

2021 wird es zur Visualisierung des Projekts eine Banneraktion als öffentliche Mitmach-Aktion geben, bei der alle Interessierten, egal ob Einzelpersonen oder Gruppen wie Vereine oder Schulklassen zum Thema „Haltung zeigen! Zusammen leben in Vielfalt, Toleranz, Freiheit und Frieden“ ein Banner im Format 1×1 Meter gestalten können. Das Bannerstück wird von den Organisatoren zur Verfügung gestellt. Die einzelnen gestalteten Banner werden bis Juli 2021 an die Organisatoren zurückgegeben, damit sie zur Interkulturellen Woche im September 2021 zu einem Großbanner zusammengenäht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden können.

Alle Interessierten können sich für weitere Informationen an Manuela Friedrich, Tel.: 07571/ 7301-17, E-Mail: manuela.friedrich@caritas-sigmaringen.de oder bei Alexandra Jost, Tel.: 07571/ 106-578, E-Mail: a.jost@sigmaringen.de wenden.

(Pressestelle Stadt Sigmaringen)

Interkulturelle Woche im Landkreis Sigmaringen

28. September 2020

Die Organisatoren der Interkulturellen Woche von links nach rechts: Manuela Friedrich (Caritas Sigmaringen), Sebastian Metzger (ebd.), Alexandra Jost (Integrationsbeauftragte Stadt Sigmaringen), Norbert Stauß (Caritas Sigmaringen); es fehlen: Martina Eisele (Integrations-beauftragte der Stadt Meßkirch und Gemeinde Ostrach) und Bastian Rädle (Integrationsbeauftragter des Landkreises Sigmaringen)

Deutschlandweit gibt es die Interkulturelle Woche seit 45 Jahren. Auch im Landkreis Sigmaringen ist die Veranstaltungsreihe nicht mehr aus dem Terminkalender wegzudenken. In diesem Jahr findet die Interkulturelle Woche aufgrund von Corona in deutlich abgespeckter Variante erneut unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ statt.

Die Organisatoren, bestehend aus den Integrationsbeauftragten des Landkreises Sigmaringen, der Städte Sigmaringen, Meßkirch und der Gemeinde Ostrach, und Mitarbeitenden der Migrationsdienste des Caritasverbandes Sigmaringen weisen auf folgende Veranstaltungen hin:

In Hohentengen findet eine Dauerausstellung mit dem Titel „Menschen aus Eritrea in unserer Gemeinde“ des Helferkreises Flüchtlinge Hohentengen statt. Neben Informationen zu den Aktivitäten des Helferkreises und zur aktuellen Lage in Eritrea wird darin Handwerkskunst aus verschiedenen Ländern Afrikas gezeigt, darunter Leihgaben des Weltladens „Asante Bad Saulgau“. Besucht werden kann diese im Schaufenster gegenüber der Kirche St. Michael, in der Hauptstraße 6 in Hohentengen.

Eine weitere Ausstellung kann in der Evangelischen Stadtkirche in Sigmaringen im Oktober täglich von 10 – 17 Uhr besucht werden. Mit dem Titel „Was gibt es heute zu essen?“ findet die „Brot für die Welt-Ausstellung – Festtafel eine Welt“ statt, in welcher die Ungerechtigkeit der Essensverteilung visualisiert wird.

Regelmäßige Treffen, wie sie vor Corona in vielen Gemeinden und Städten im Landkreis von Helferkreisen wöchentlich durchgeführt wurden, werden wieder unter besonderen Bedingungen aufgenommen. So unterstützt der Arbeitskreis Ostrach – TREFF INTERNATIONAL wöchentlich am Donnerstag ab 18 Uhr alle Mitbürger, die aus anderen Ländern nach Ostrach gekommen sind bei verschiedenen behördlichen, organisatorischen und praktischen Fragestellungen.

Auch werden beim TREFF INTERNATIONAL in Ostrach wieder die Sprachkurse für die angemeldeten Teilnehmenden angeboten. Ein wichtiger Schritt für Menschen aus anderen Ländern, denn Grundlage einer guten Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache.

Weiter sieht die aktuelle Planung für den 2. Oktober am Tag des Flüchtlings vor, ein gemeinsames, interreligiöses Gebet mit eingeladenen Kooperationspartnern abzuhalten, bei dem die katholische und evangelische Kirche sowie das Donaukulturzentrum mitwirken.

Stets sicher unterwegs – Fahrrad- Verkehrssicherheitstraining für Schulkinder

7. August 2020

Der Caritasverband Sigmaringen und die Integrationsbeauftragten der Stadt Sigmaringen, Meßkirch und Ostrach und des Landkreises Sigmaringen haben zusammen ein Fahrsicherheitstraining für Schulkinder mit und ohne Migrationshintergrund organisiert.

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Einblicke in ehrenamtliches Engagement in Zeiten von Corona

22. Mai 2020

„Bereits unmittelbar nachdem die Schulen am 17.März geschlossen wurden war klar, das wird nicht einfach. Von zwei Frauen wurde ich angesprochen und um Hilfe gebeten.

Am Beispiel der etwas intensiveren Betreuung  einer Familie bei der Vater und Mutter in Ausbildung sind und drei Kinder im Kindergarten kann ich ein paar Erfahrungen schildern. Mit Corona fielen zwar die vier Schultage für die Mutter flach – aber dafür waren drei quickfidele Kinder zu Hause. Der Vater, der seine Ausbildung bei einer Pflegeeinrichtung außerhalb macht und daher teilweise auch außerhalb wohnt, war an den nun nicht stattfindenden Schultagen zwar zu Hause – aber natürlich auch mit Hausaufgaben!

Ich denke, der erste  Hilferuf kam so eine Woche nach Schulschließung als die Schulen sich organisiert hatten und MOODLE aktiviert war. „Kannst Du mir sagen wie das geht, wie bekomme ich meine Aufgaben und wie schicke ich die Aufgaben an die Schule zurück“? Da war ich zuerst auch überfragt.  Aber immerhin habe ich einen PC und einen Drucker zu Hause. Mit einem Mobiltelefon – und nichts als einem Mobiltelefon ist Fernunterricht nicht machbar. Wäre – bei aller Notwendigkeit für einen raschen und kompletten Lockdown – am letzten Schultag nicht die Möglichkeit gewesen zu prüfen, ob die Schüler für diese Form von digitalem Unterricht ausgerüstet sind? Einen PC und einen Drucker findet man bei den Füchtlingsfamilien die ich kenne nicht. Man hätte doch auch den Postweg für den Austausch von Aufgabenblättern anbieten können! Im Zeitalter der Digitalisierung im High Tech Bundesland Baden-Württemberg sicher altmodisch und bieder – aber manchmal wäre das die bessere Variante gewesen.

Unerschrocken habe ich mich bei der Schule gemeldet und um einen Zugang zu MOODLE gebeten – das ging auch ganz unbürokratisch. Ein Lehrer hatte zur Aufgabe gemacht, die Seite 22 im Buch zu lesen und die dazugehörigen Aufgaben zu bearbeiten. Schien ganz einfach, aber da die Schüler der Berufsschule am Montag noch  im Betrieb waren und am Dienstag die Schule bereits geschlossen wurde, waren die Bücher im Schließfach in der Schule. Vielleicht gehen die Lehrer ja davon aus, dass alle Schüler die Bücher täglich mit nach Hause nehmen um abends noch zu lernen, vielleicht wurde den Schülern auch deutlich gesagt, dass die Bücher mit nach Hause genommen werden müssen aber  in  meinem Fall waren die Bücher nicht verfügbar. Und kaum zu glauben, als ich in der Schule anrief um zu fragen, ob ich die Bücher am nächsten Tag holen könnte hieß es NEIN! Da hätte ich mir doch eine andere Antwort gewünscht – aber Regeln sind eben Regeln! Natürlich gab es dann doch noch einen Schüler der das Buch zu Hause hatte und bei dem wir es ausleihen konnten – aber es war eben schon gleich kein guter Start.

Der zweite Lehrer hatte  eine Präsentation und Arbeitsblätter zum download bereitgestellt. Mit dem Ausdrucken konnte ich helfen – aber man sollte die ausgefüllten Arbeitsblätter dann scannen und in MOODLE einstellen.  Ich habe leider keinen Drucker mit dem man scannen kann. Wir haben die Arbeitsblätter also abfotografiert – aber das Fotoformat konnte  man nicht in MOODLE hochladen. Oder, ich muss präzisieren – ICH konnte es nicht, vielleicht wäre es technisch ja möglich gewesen. Also verschickten  wir die Fotos an die angegebene Kontakt-Mailadresse des Lehrers.  Das ging – und postwendend kam die Antwort, wir sollten doch das Arbeitsblatt direkt in MOODLE einstellen. Danke für den Hinweis! Einige Lehrer haben diesen Weg der e-mail Übermittlung akzeptiert, heute hat doch tatsächlich noch einer zurückgeschrieben, dass sein Postfach an der Schule voll sei und wir die Aufgabe doch in MOODLE einstellen sollen!

Ich habe vieles gelernt in den letzten Wochen.

Zusammen mit B.  habe ich einige Stunden beim Lernen zugebracht. Meist haben wir uns bei mir getroffen – bessere Arbeitsatmosphäre, keine Kinder. Ich habe erklärt, ermuntert, ermutigt und zugegeben – manchmal ist mir auch der Geduldsfaden gerissen – aber wir haben auch viel gelacht und auch richtig Freude am Lernen gehabt.  Wir haben die Hausaufgaben fast vollständig und in der vorgegebenen Zeit  geschafft, darauf hat B. großen Wert gelegt.  Eine ermunternde Rückmeldung des Lehrers hätte sie sicher gefreut. Manchmal hatte ich das Gefühl, eine richtig aufmerksame Schülerin zu haben die von sich selbst begeistert ist wenn sie etwas Neues richtig verstanden hat.  Aber für eine Klassenarbeit wird es nicht ausreichen. Denn verstehen ist eines – Widergeben wäre etwas ganz anderes. Da müsste man das Erarbeitete widerholen, neue Wörter lernen – und so eine Berufsausbildung erfordert das Lernen von unglaublich vielen Worten die mit den allgemeinen Sprachkursen für Flüchtlinge nicht das Geringste zu tun haben. Wie soll ich das Besondere einer Sinterprüfung erklären und fünf Minuten später die verschiedenen Stufen der Geschäftsfähigkeit.

Nicht alle Menschen können zu Hause mit ihren Büchern oder mit Hilfe von  Lernprogrammen alleine lernen. B. wollte die Pflicht erledigen –  war aber jedes mal auch froh, wenn die Hausaufgabe abgeschickt war. Für mehr  blieb ihr  keine Zeit. Denn zu Hause wartete auch noch der Haushalt mit den drei Kindern.

Wenn ich sehe, was von ihr verlangt wird, dann habe ich wirklich das Gefühl unglaublich viel Freiheit und Glück in meinem Leben zu haben – und das obwohl auch ich Vollzeit arbeiten muss.

Mir macht es immer noch Spaß, zu Unterstützen wo ich kann. Aber ich bin auch froh, dass die Schulen wieder langsam aufmachen!“

-Ehrenamtlich Engagierte beim Caritasverband Sigmaringen-

 

 

 

Ehrenamtliche Sprachpatenschaft in Zeiten von Corona- Ein Einblick

21. Mai 2020

„Ich betreue seit einigen Monaten einen liebenswerten Türken im Fürstenhof, der voll motiviert ist, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Da er bisher leider noch keinen Deutschkurs besuchen konnte, bat Frau Grau mich, mit ihm Deutsch zu lernen. Ich besorgte mir Material aus der Bücherei, und wir lernten 2 – 3mal/Woche  für 1 Stunde zusammen im Fürstenhof. Durch Corona war dies im Fürstenhof (Besuchsverbot) dann leider nicht mehr möglich.

Notgedrungen mussten wir uns was einfallen lassen. Und so skypten wir täglich 1/2 Stunde mit dem Handy.

Sehr schön, dass wir uns dabei sehen konnten.

Da er mittlerweile täglich noch einen Online-Computerkurs belegt, haben wir das Skypen auf 2 x/Woche reduziert.

Er ist nach wie vor mit viel Freude dabei und immer wieder dankbar und hat mir auch per Video seine Familie in Istanbul vorgestellt.

Ich freue mich, helfen zu können und sehe diese Erfahrung  auch als eine persönliche Bereicherung an.“

-Ehrenamtlich Engagierte beim Caritasverband Sigmaringen-