Asylnetz Sigmaringen

Fasnet ist für alle da

13. Februar 2020

 

Narren erläutern Geflüchteten das Brauchtum und rufen zum Mitmachen auf.

Sigmaringen – Es war nahezu eine Lehrstunde in Sachen „Fasnet“, die im Asylcafé des Caritasverbandes im Fidelishaus in Sigmaringen stattfand. Da konnte auch so mancher Nichtgeflüchtete noch eine menge lernen. Zunftmeister Hartig Mahlke erklärte gekonnt, was es mit der Fasnet auf sich hat und hatte zur Unterstützung die Masken seiner eigenen Zunft, aber auch die Hanfertaler Eulen, die Riedhexen, die Donauwölfe und natürlich die Schbiallumpaschlecker zur Unterstützung mitgebracht. Für Musik sorgte eine Abordnung des Spielmanns- und Fanfarenzugs. Traditonsfledermaus Britta Ullrich musste Mahlkes Erklärungen ins Englische übersetzen und tat das wie gewohnt mit viel Charme. Da war nun vom „Castle Jester“ (Schlossnarro) ebenso die Rede wie von den „Brown Bats“, den „Red Bats“ und den „Traditional Bats“ (den drei Fledermausarten des Vetter Guser). Und Mahlke selbst wurde zum „Chief oft he Carnival Committee“. Und nun wissen Menschen aus Syrien und Nordafrika auch, was es mit dem „Towel Suckers“ (Schbiallumpaschlecker) auf sich hat. „Really funny“ lachten zwei junge Männer aus Nigeria, die Fasnet natürlich aus ihrer Heimat nicht kennen. Einen Ritt auf der Bräutlingsstange würden sie sich aber nicht zutrauen.

Zunftmeister Mahlke warb dafür, sich doch am Brauchtum zu beteiligen. „Da kann jeder mitmachen“, wenn er will, versuchte er, Ängste abzubauen. Bislang gibt es nämlich noch keine Narren beim Vetter Guser, die ihre Heimat verlassen mussten. „Dabei sind wir da total offen“, so Mahlke. Aktive mit Migrationshintergrund gäbe es aber durchaus. So sei immer wieder Interesse von türktischstämmigen Mitbürgern zu verzeichnen und man habe auch einen Franzosen im Zunftrat. Auch Marvin Stein vom Vorstand der Eulenzunft machte deutlich, dass man keine Vorbehalte habe. Ganz im Gegenteil: „Man kann bei uns auch mal nur zur Probe mitlaufen, damit man das Feeling mal mitbekommt“, stellte er fest. Fotos von der Fasnet machten so richtig Lust auf das närrische Geschehen und auch an Fasnetsküchle die vom Café Seelos gespendet wurden (natürlich nicht in Schweinschmalz gebacken und damit auch für die Muslime essbar) hatten die Organisatorinnen Manuela Friedrich vom Caritasverband, Jutta Wolf und Ruth Norz gedacht. Und sicher ist: Den Narrenruf „Nauf auf´d Stang“ beherrschen nun alle.

 

(Beitrag von: Caritas)